Pressemitteilung Dämmstofflobby täuscht 20260302

Pressemitteilung: Dämmstofflobby täuscht über die Wirkung von Energiesparfarben!

In einem Positionspapier vom 21.01.2026 hat der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e. V. (VDPM), federführend auch für den Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e. V., das Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München, den Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker – Bundesverband e. V., den Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg, den Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und den Bundesverband Ausbau und Fassade im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., die die Interessen von Herstellern/Händlern von Fassadendämmsystemen sowie auch Farbenherstellern vertreten, vor energiesparenden Anstrichen gewarnt und behauptet, dass die Angaben der Hersteller zur möglichen Energieeinsparung einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhalten. Diese Behauptung ist grundlegend falsch und steht im krassen Widerspruch zu den wissenschaftlichen Feststellungen des Fraunhofer IGB. Schon im Jahre 2008 hat Frauenhofer IGB im Rahmen eines Rechtsstreits vor dem Landgericht Berlin zwischen der Firma SICC Coatings GmbH und dem Fachverband Wärmedämmsysteme e.V. (FV WDVS), der 2017 mit dem VDPM verschmolzen ist, festgestellt, dass eine Beschichtung mit einer von der Firma SICC Coatings GmbH hergestellten Energiesparfarbe, damals spezifisch die Produkte ThermoShield (heute auch die Produkte ClimateCoating) sich positiv auf den Wärme– und Feuchtehaushalt eines Gebäudes in der Praxis auswirkt. Infolgedessen hatte der FV WDVS mit einer strafbewehrten Unterlassungsverpflichtung erklärt, zukünftig Energiesparfarben eine energieeinsparende Wirkung nicht mehr abzusprechen.

Das Positionspapier stützt sich auf einen Vergleichstest aus dem Jahre 2025, der die Wärmeleitfähigkeit von Versuchskörpern zum Gegenstand hat, die alternativ mit 20 cm Wärmedämmstoff und einer wärmedämmenden Beschichtung der Firma Bauter mit einer Trockenschichtdicke von 0,5 mm versehen worden sind. Zur Vergleichsmessung wurde eine handelsübliche Fassadenfarbe herangezogen. Dabei wurde die bauphysikalische Wirkung auf die Wärmeleitfähigkeit reduziert und diese als einzige Bemessungsgrundlage festgelegt.

Eine solche Betrachtung wird der tatsächlichen Wirkungsweise von „Energiesparfarben“ jedoch nicht gerecht.

Wärmedämmstoffe wirken primär auf die Reduktion von Transmissionswärmeverlusten. Durch ihre geringe Wärmeleitfähigkeit begrenzen sie den Wärmestrom durch Bauteile und beeinflussen damit den Heiz- und Kühlenergiebedarf eines Gebäudes. Diese Wirkung ist normativ etabliert und rechnerisch erfassbar. Der dieser Wirkung normierende U-Wert beschreibt ausschließlich den stationären Wärmedurchgang infolge von Wärmeleitung und normierter Übergangswiderstände. Reale Gebäude unterliegen jedoch deutlich komplexeren Einflussgrößen: solare Einstrahlung, langwellige Wärmestrahlung, Oberflächeneigenschaften, Feuchtehaushalt und dynamische Temperaturverläufe prägen das thermische Verhalten mindestens ebenso.

Wer energetische Wirkungen ausschließlich an der Wärmeleitfähigkeit festmacht, blendet wesentliche bauphysikalische Mechanismen aus.

Energiesparfarben mit reflektiver Membrantechnologie greifen genau an diesen bislang oft vernachlässigten Stellgrößen an.

  • Durch die gezielte Veränderung von Reflexions- und Emissionseigenschaften beeinflussen sie die Strahlungsbilanz von Oberflächen.
  • Hohe solare Reflexion begrenzt die Aufheizung von Fassaden und Dächern wirksam.
  • Veränderungen der Oberflächentemperatur beeinflussen wiederum den Strahlungsaustausch, die thermische Behaglichkeit sowie den Energiebedarf und wirken der Schimmelpilzbildung entgegen.
  • Die feuchteregulierende Membran fördert die Austrocknung, verbessert das hygrothermische Verhalten von Bauteilen und reduziert den Wärmeverlust feuchter Baustoffe. Dies ist bauphysikalisch relevant und energiesparend.
  • Bereits gedämmte Fassaden können wirksam vor Algenbewuchs geschützt werden.

Diese Ergebnisse sind nicht mit dem U-Wert messbar. Eine Gegenüberstellung von „Dämmung“ contra „Energiesparfarben“ wird daher der bauphysikalischen Realität nicht gerecht. Die Technologien verfolgen keine identischen, sondern sich ergänzende Zielrichtungen.

Die energetische Gesamtwirkung eines Gebäudes ergibt sich aus dem Zusammenwirken verschiedener Maßnahmen und kann nicht auf eine einzelne Kenngröße oder Produktkategorie reduziert werden.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse werden in dem Positionspapier der Verbände bewusst verschwiegen, um seinen marktbeherrschenden Mitgliedern bei der Sicherung ihrer Marktstellung Unterstützung zu leisten. Die daraus resultierenden Nachteile, wie etwa ein unzureichender Bautenschutz, sowie das Risiko des Verlustes eines Technologievorsprungs durch mangelnde Innovationskraft, werden von den Verbänden gerne in Kauf genommen. Es ist zu konstatieren, dass dem Endkunden eine kostengünstige Maßnahme zur einfachen Energieeinsparung mit Energiesparfarben vorenthalten wird.

 

Berlin, den 03.03.2026

 

SICC Coatings GmbH